Terminvereinbarungen unter 0511-98634848

Haarlosigkeit (Alopezie)

Diverse vererbliche, bzw. angeborene, hormonelle, entzündliche oder infektiöse Hautkrankheiten führen zu vermehrten Haarausfall mit oder ohne Ausbildung kahler Stellen. Sind kahle Stellen vorhanden, ist für die Beurteilung das Verteilungsmuster wichtig und ob die Haut verändert ist. 
Angeborene und hormonell bedingte Haarlosigkeit zeigt eine zwar oftmals dunkelverfärbte, aber ansonsten unveränderte glatte Haut. Sofern es nicht zu einer Sekundärinfektion mit Bakterien oder Hefepilzen kommt, besteht kein Juckreiz.

Beispiele für infektiös bedingten Haarausfall

Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen

Ist die Haut bzw. der Haarfollikel mit Bakterien oder Hefepilzen besiedelt, führt das in der Regel zu Haarausfall mit Bildung kahler Stellen. Die meisten Hunde zeigen auch Juckreiz.

Demodikose

Demodexmilben leben und vermehren sich in den Haarfollikeln. Das Haar verliert die Haftung im Follikel und fällt aus. Zu Beginn der Erkrankung bestehen kahle Stellen mit normal erscheinender Haut. Im Verlauf kann es jedoch zu einer Besiedlung der Haarfollikel mit Bakterien kommen, äusserlich sichtbar als Pickel, Schuppen und Krusten.

Dermatophytose (Hautpilzinfektion)

Hautpilze vermehren sich ebenfalls in den Haarfollikeln, so dass das Haar seine Haftung verliert und ausfällt. Zunächst sind nur kahle Hautstellen zu erkennen. Relativ schnell entstehen aber, je nach Pilzart, Schuppen, Schwellungen, Rötungen und Krusten.

Beispiele für hormonell bedingte Haarausfall

Schilddrüsenunterfunktion

Bei der Schilddrüsenunterfunktion ist das Wachstum der Haare gestört bzw. verzögert. Die Haare sind schütter und im Bereich der Flanken und des Rückens bilden sich kahle Stellen. Die betroffenen Hunde sind ruhiger als sonst, bewegungsunlustig und nehmen an Gewicht zu. Die Diagnose wird mittels einer Blutuntersuchung gestellt.

Hyperadrenokortizismus (Morbus cushing)

Eine körpereigene Überproduktion an Kortisol führt zu dem sogenannten Morbus cushing. Erhöhtes Kortisol im Blut hat diverse Wirkungen auf den Körper. Allen voran führt es zu deutlich vermehrter Wasseraufnahme und vermehrtem Urinbsatz. Weiterhin haben die Tiere gesteigerten Appetit, sie hecheln mehr, haben einen ausladenden Bauch, verzögertes Haarwachstum, schütteres, ausgeblichenes Fell und kahle Hautstellen. Die Diagnose wird durch verschiedene Blut-und Urinuntersuchungen gestellt.

Sexualhormonbedingter Haarausfall

In dieser Kategorie kommt am häufigsten der hormonproduzierende Hodentumor vor. Aber auch bei der Hündin kann es in seltenen Fällen hormonellbedingt zu verstärktem Haarausfall und kahlen Stellen kommen.

Beispiele für angeborenen bzw. erblichen Haarausfall

Follikeldysplasien

Der Begriff Follikeldysplasie beschreibt Erkrankungen, bei denen der Haarfollikel, aus dem das Haar herauswächst, nicht richtig ausgebildet ist. Nach und nach entstehen, zumeist im jungen Alter, kahle Hautstellen. Es sind in der Regel nicht alle Haare bzw. Körperregionen betroffen. So sind bei der Follikeldysplasie der schwarzen Haare nur die schwarzbehaarten Bereiche betroffen, bei der sogenannten Schablonenkrankheit die Aussenseite der Ohrmuscheln, die hinteren Oberschenkel und der untere Brust- und Bauchbereich.

Farbmutantenalopezie

Die Farbmutantenalopezie betrifft Hunde mit einer sogenannten „verdünnten“ Fellfarbe, wie z.B. den blauen oder beigen Dobermann, Dackel, Whippet oder die Deutsche Dogge. Bei dieser Erkrankung ist das Pigment in den Haaren „verklumpt“, so dass die Haare abbrechen.

Beispiele für Haarausfall bedingt durch Entzündungen

Sebadenitis

Bei der Sebadenitis kommt es zu einer Entzündung der Talgdrüsen. Die Haut wird trocken-schuppig und die Haare fallen aus. Die Ursache für die Entzündung ist unbekannt, man geht jedoch von einer vererblichen Komponente aus, da die Sebadenitis bei manchen Rassen, wie z.B. dem Pudel, Akita Inu, Samojeden, Magyar Vizsla und Englischen Springer Spaniel gehäuft auftritt.
Die Sebadenitis ist nicht heilbar, daher ist eine gezielt auf das einzelne Tier abgestimmte Therapie sehr wichtig. In sehr vielen Fällen gelingt es, einen nahezu komplett normalen Fell- und Hautzustand wiederherzustellen.