Terminvereinbarungen unter 0511-98634848

Bei Katzen gehen die meisten Hautkrankheiten mit Juckreiz einher. Der Juckreiz stellt sich bei ihnen in der Regel durch auffälliges Kratzen mit den Pfoten oder deutlich verstärktes Putzverhalten dar. Die Hautveränderungen können sich als vereinzelt haarlose Bezirke oder auch als massiv entzündete Bereiche darstellen. Anhand der Lokalisation des Juckreizes und dem Aussehen der Hautveränderungen können einige der hier aufgeführten Erkrankungen voneinander unterschieden werden. Eine gezielte Hautuntersuchung führt dann zu einer schnellen Diagnose und dem Einleiten einer gezielten Behandlung.

Flöhe

Ein Befall mit Flöhen führt nicht immer zu Juckreiz, daher kann er auch über Monate unerkannt bleiben. Einige Katzen zeigen leichten Juckreiz, bzw. „Umsichbeißen“, während des Flohstichs. Leidet die Katze allerdings an einer  Flohspeichelallergie, hat sie in der Regel hochgradigen Juckreiz.
Die Therapie des Flohbefalls bzw. einer Flohspeichelallergie gestaltet sich nicht immer einfach. Flöhe, insbesondere aber ihre Larven und Puppen können sehr widerstandsfähig gegenüber den gängigen Flohpräparaten sein. Um gute Behandlungserfolge zu erzielen, ist eine eingehende Beratung hinsichtlich der Behandlung der Katze und ihrer Umgebung sehr wichtig.

Milben

Es gibt verschieden Arten von Milben. Der Hautbefall mit ihnen kann unterschiedliche Symptome hervorrufen.
Die bei Katzen am häufigsten vorkommenden Milben sind Ohrmilben, Raubmilben und Herbstgrasmilben.

Ohrmilben
Ohrmilben findet man in der Regel bei jungen Katzen. Ein Befall mit Ihnen verursacht Juckreiz und führt zu der Produktion einer schwarzkrümeligen Masse in den Ohren.

Raubmilben (Cheyletiellen)
Raubmilben leben oberflächlich auf der Haut und führen zu leichtem bis starken Juckreiz im Rückenbereich und zwischen den Schultern. Die betroffenen Katzen zeigen meist eine Schuppenbildung auf dem Rücken und an der Aussenseite der Ohrmuscheln.

Herbstgrasmilben
Herbsgrasmilben leben, wie der Name schon sagt, im Gras bzw. Rasen. Sie sind nicht von Tier zu Tier oder von Tier zu Mensch übertragbar. Ihre Larven befallen v.a. die unteren Körperregionen, wie z.B. die Pfoten (Zwischenzehenbereiche), unterer Bauch, Ohren und Kopf. Sie sind als stecknadelkopfgroße orangene Punkte sehr gut zu erkennen und treten von Ende Juni bis in den Oktober auf. Einige Katzen reagieren allergisch auf die Milben und zeigen starken Juckreiz.

Allergien

Bei Katzen treten folgende Allergien auf:

Flohspeichelallergie (Flöhe, siehe oben)
Atopie (Umweltallergie)
Futterallergie
Kontaktallergie

Die Umweltallergie (Atopie) tritt bei unseren Haustieren immer häufiger auf. Sie geht in der Regel immer mit Juckreiz einher. Katzen leiden sehr häufig an stark juckenden, geröteten und feuchten Ekzemen vor den Ohren und im Halsbereich.
Die allergische Reaktion richtet sich gegen Allergene in Gräser-,Blüten-, Baumpollen, Getreide, Schimmelpilzen, Hausstaubmilben und Vorratsmilben. Die Allergene dringen durch die Haut ein und verursachen dort die entsprechende Reaktion. Auf welche Allergene die Katze reagiert, kann mit einer Blutuntersuchung ermittelt werden.
Die Atopie kann zwar nicht geheilt, ihre Symptome aber maximal gelindert werden. Die Behandlung erfordert oftmals sehr viel Zeit und Geduld von Besitzer und Tier. Durch gezielte Untersuchungen und auf das Tier individuell abgestimmte Therapien, ist es jedoch möglich, auf Dauer einen guten Hautzustand herzustellen.

Futterallergie: Reaktionen auf Futterinhaltsstoffe gehen bei Katzen oftmals nicht oder nicht nur mit Magen-, Darmsymptomen einher, sondern es tritt vor allem Juckreiz auf. Das Verteilungsmuster des Juckreizes und der Hautveränderungen kann sehr vielfältig sein. Oftmals zeigen sich, wie bei der Umweltallergie, stark juckende, gerötete und feuchte Ekzeme vor den Ohren und im Halsbereich.
Ursache einer Futterallergie sind Reaktionen auf Proteine im Futter. Am häufigsten reagieren Katzen auf Rindfleisch, Milchprodukte und Fisch.
Die Diagnosestellung gelingt mittels einer Ausschlussdiät. Es existiert zwar auch ein Bluttest, dieser gilt jedoch heutzutage leider noch als sehr unzuverlässig. Das Umstellen von einer Futtersorte auf eine andere ist ebenfalls unsicher, da kommerziell erhältliche Futtermittel oftmals Beimischungen anderer Fleischquellen, deklariert als „tierische Nebenerzeugnisse“, enthalten oder aber Getreide- oder Milchprodukte. Die Durchführung einer Ausschlussdiät gestaltet sich nicht immer einfach. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem Besitzer und dem Tierarzt ist währenddessen sehr wichtig.

Eine Kontaktallergie ist bei Katzen eher selten. Das verursachende Agens herauszufiltern ist nicht immer einfach

Bakterielle und hefepilzbedingte Entzündungen

Bakterielle und hefepilzbedingte Entzündungen der Haut können im Zuge vieler Hauterkrankungen entstehen. Dazu gehören z.B. Allergien, Schilddrüsenerkrankungen, Milbenbefall usw. Anzeichen für solche Entzündungen sind feuchte Ekzeme und Krusten. Die Entzündungen entstehen oftmals durch eine Vermehrung der normalen Hautflora, wenn das Immunsystem der Haut nicht intakt ist. Die Folge ist Juckreiz unterschiedlichen Ausmaßes. Das Kratzen bzw. Lecken führt zu Verletzungen auf der Haut, die wiederum ein Nährboden für Bakterien und Hefepilze sind. Die Diagnose wird mittels einer zytologischen Untersuchung gestellt.

Dermatophytosen

Der Befall mit verschiedenen Pilzarten kann bei Katzen zu Hautveränderungen führen.
Die bei Katzen am häufigsten vorkommende Pilzerkrankung ist auch auf den Menschen übertragbar. Daher ist es bei jeder Pilzinfektion äusserst wichtig die Art des Pilzes exakt zu bestimmen und eine wirkungsvolle Therapie einzuleiten!

Die Hautveränderungen bei der Dermatophytose beginnen als haarlose mit gräulichen Schuppen bedeckte Bezirke oftmals im Gesichtsbereich und/oder an den Vorderbeinen. Im weiteren Verlauf kann es zur Bildung von Papeln, Pusteln und Krusten kommen. Die Diagnose wird mittels einer Pilzkultur gestellt. Hierbei werden ausgezupfte Haare auf einen Nährboden verbracht und im Anschluss die gewachsenen Pilzkolonien mikroskopisch untersucht.

 

Psychogene Leckalopezie

Da Katzen äusserst sensible Wesen sind, denen oftmals schon minimale Veränderungen im Alltag Angst bereiten, können Hautveränderungen auch psychogen bedingt sein.
Da die psychogene Leckalopezie deutlich seltener ist, als die bereits genannten Hauterkrankungen (Parasitenbefall, Allergien oder Dermatophytosen), müssen Letztere zunächst ausgeschlossen werden!
Symptom der psychogenen Leckalopezie ist ein gesteigertes Putzverhalten der Katze. Dem Besitzer bleibt dieses zumeist verborgen, da die Katze sich „heimlich“ putzt. Die Folge ist ein schütteres Haarkleid, bzw. kahle Stellen an den Vorderbeinen, an der Innenseite der Hinterbeine, am Bauch und am Rücken.
Ob sich die Katze „heimlich“ putzt, ist für viele Besitzer sehr schwer zu beurteilen. Hierüber gibt ein Trichogramm Aufschluss. Unter dem Mikroskop fallen Bruchstellen an den einzelnen Haaren auf, die durch die „scharfe“ Zunge der Katze verursacht werden. Sie bestätigen den Verdacht auf  ein gesteigertes Putzverhalten.